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"Das war so cool!" Veltins Biathlon World Team Challenge 02 begeisterte Zuschauer und Athleten gleichermaßen

Es war eine Abstimmung mit den Füßen und den Stimmbändern. "Oh, wie ist das schön!" schmetterte die ausverkaufte Arena AufSchalke und huldigte damit nicht den Profifußballern der Knappen, sondern der ersten mit absoluter Weltklasse besetzten Wintersportveranstaltung im Ruhrgebiet. 35.180 Zuschauer trugen bei der Veltins Biathlon World Team Challenge 02, dem Mixed-Staffel-Sprint der weltbesten Skijäger, ein deutsches Paar förmlich zum Sieg. Martina Glagow und Michael Greis hatten in einem packenden Duell mit dem russischen Tandem Albina Akhatova und Victor Maigourov schließlich die Nase vorn, sicherten sich somit das Preisgeld von 10.000 € sowie einen Ford Fiesta des Autohauses Mohag. "Das war so cool, da bleibt dir einfach die Luft weg, wenn du in die Halle reinfährst", schwärmte Glagow. vom Jubelorkan in der multifunktionalen Spielstätte, der jedes Mal aufbrandete, Wann immer die Athleten in den Innenraum auftauchten.

Der zweite große Sieger an jenem 28. Dezember 2002 war die Veltins WTC selbst. Eine nahezu ausverkaufte Arena hatte Rudi Assauer bereits bei der Vorstellung des Konzeptes vorausgesagt, doch das bereits Wochen vorher alle Tickets vergriffen sein würden und das ZDF mit einer Einschaltquote von 4,65 Millionen Zuschauern eine überragende Sehbeteiligung (Marktanteil: 21 %) verzeichnen konnte, das überraschte selbst die Optimisten. "Biathlon in der Arena war ein absoluter Volltreffer! Es hat alles übertroffen, was wir uns vorher erhofft haben", freute sich Assauer, nicht nur Manager des FC Schalke 04, sondern auch Geschäftsführer der Arena-Betriebsgesellschaft. "Wir wollen den Wettbewerb zu einer festen Einrichtung in unserem Veranstaltungskalender machen."

Gern hätte Assauer selbst als Aktiver teilgenommen, doch eine akute Grippe verhinderte, dass sich der Fußballfachmann beim Prominentenrennen als Schütze versuchen konnte, während Nachwuchs-Langläufer des Westdeutschen Skiverbandes die 968 Meter lange Piste absolvierten. "Schade, dass er nicht da war. Wir hatten eine Wette laufen", bedauerte dies besonders Schalkes Nationaltorhüter Frank Rost. Frank Busemann, Zehnkampf-Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, er sich ebenfalls am Schießstand versuchte, offenbarte: "Ich hätte mir heute auch eine Karte gekauft."

Durchaus nachvollziehbar, denn die 35.180 Zuschauer sorgten schon vor dem Beginn des Rennens für eine besondere Stimmung. Jeder der 24 Athleten wurde mit anhaltendem Beifall empfangen, wobei die vier deutschen Pärchen jeweils noch ein wenig mehr Applaus erhielten. Kurz vor Beginn der Veranstaltung gab es noch vier Veränderungen. Für die Weißrussin Olena Zubrilova (Handverletzung) sprang Olga Nazarova ein, Linda Tjörhoms Ausfall verschaffte Halvard Hanevold das Vergnügen, mit seiner Ehefrau Evelyn anzutreten. Galina Koukleva musste ebenfalls passen und wurde durch Albina Akhatova mehr als gleichwertig ersetzt. Die spätere Siegerin Martina Glagow schließlich verdankt ihre Teilnahme der schweren Grippe von Olympiasiegerin Uschi Disl.

Schon beim Qualifying - analog zur Formel 1 ging es um die Startpositionen für das eigentliche Rennen - deutete das Duo Glagow/Greis seine gute Form an, doch beim letzten Schießen traf der in Führung liegende Greis bei acht Versuchen nur einmal ins Schwarze, so dass man aus dem letzten Drittel starten musste.

Im Rennen machte die späteren Sieger diesen Fehler nicht mehr. Allerdings schienen die "Trainingsschnellsten" Akhatova/Maigourov lange Zeit nicht zu schlagen. Als Maigourov beim Schießen nach der achten Runde die Nerven versagten und Greis eine Fünfer-Serie hinlegte, schmolz der Rückstand der Deutschen auf nur noch 6,6 Sekunden dahin. In der nächsten Runde übernahm Glagow die Führung, die Greis in den letzten zwei Runden noch ausbaute. "Martina hat den Grundstein für den Erfolg gelegt, denn auch ich habe einige Male nachladen müssen", lobte der Allgäuer seine Partnerin ebenso wie das Publikum. "Beim Schießen haben mir die Beine gezittert. Aber die Zuschauer waren großartig."

Doch auch Victor Maigourov war hinterher nicht enttäuscht. "Unsere Führung war für mich überraschend. Am Ende waren meine Beine müde und mir fehlte die Kondition fürs Schießen. Aber die Zuschauer waren super, so etwas kenne ich sonst nur vom Fußball", schwärmte der 33-Jährige dreimalige Weltmeister.

Es waren Topleistungen unter erschwerten Bedingungen. Das Alpincenter Bottrop wusste mit 3000 Kubikmetern Kunstschnee eine ordentliche Loipe zu präparieren, obwohl das Wetter und immer wieder einsetzender Regen die "Schneemänner" vor allerschwierigste Aufgabe stellte. "Der Veranstalter hat das beste aus dem Schnee gemacht", würdigte etwa Olympiasiegerin Kati Wilhelm dieses Bemühen und befand den gesamten Wettbewerb als "gewaltig und beeindruckend". Ole-Einar Björndalen, dem vierfachen Olympiasieger von 2002, erging es ähnlich: "Es war fantastisch. Besonders beim Schießen spürte man den Druck, der durch die Zuschauer aufgebaut worden ist. Leider waren wir da nicht in Top-Form. Es war dennoch schön zu laufen. Ich komme gerne hierhin zurück."

Janez Vodicar, Renndirektor der Internationalen Biathlon-Union (IBU), inspirierten die positiven Erfahrungen sogar zu einem weiteren Überlegung: "Die Veltins WTC in der Arena AufSchalke war ein wichtiger Schritt für unseren Sport. Wir werden in der IBU weiter in diese Richtung gehen. Ich sehe es sogar als möglich an, einen Weltcup-Wettbewerb hier neu zu schaffen."

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