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Jon Bon Jovi lobte feiernde Fans: "You keep me alive out there!"
So treten Superstars auf: Zwei schwarze Mercedes-Limousine fahren durch den Tunnel rechts von der Bühne, die vor der Südtribüne aufgebaut ist. Die mit getönten Scheiben versehenen Türen schwingen auf, und vier absolute Rockstars springen auf die Bühne: So eröffneten Bon Jovi am 30. Mai mit "Bounce" in der Arena AufSchalke ein zweieinhalb stündiges Konzert der Superlative.
Die Bühne war 53 Meter breit, 17 Meter tief und 26 Meter hoch. 154 Scheinwerfer und 21 Videowände setzten die fünf Männer aus New Jersey gekonnt in Szene. Für einen ausgezeichneten Sound bis in die hinterste Reihe sorgten 192 Lautsprecher. Aufgebaut wurde das ganze Equipment von 143 Bühnenarbeitern.
Doch Zahlen alleine können das Phänomen "Bon Jovi" jedoch nicht erklären. Vielmehr sind es in erster Linie Bandleader und Namensgeber Jon Bon Jovi sowie der Gitarrist und Songschreiber Richie Sambora, die das Publikum begeistern. Der Beau am Mikro präsentierte sich in der Arena als der Rockstar schlechthin. Mit schwarzer Jeans, offener Lederjacke und wehender Mähne setzte er besonders den weiblichen Fans mächtig zu. Der Frontmann legte ein unglaubliches Tempo vor. Hits wie "You Give Love A Bad Name" oder "Wanted Dead Or Alive" heizten den begeisterten Zuschauern kräftig ein.
Trotz der Wärme blieb einer der 56.000 ganz cool: Richie Sambora. Der geniale Saiten-Zupfer betrat mit langem Mantel und Sonnenbrille die gigantische Bühne. Seine Bedeutung für die Band wird oft unterschätzt, dabei schuf er den unvergleichlichen Röhren-Sound für "Livin` On A Prayer" und "It´s My Life". In der Arena bewies er zudem auch seine stimmlichen Qualitäten. Mit der Interpretation von "I´ll Be There For You" muss sich die Gitarrist keinesfalls hinter Jon Bon Jovi verstecken. Dazu kommen Schlagzeuger Tico Torres, Bassist Hugh McDonald und David Bryan am Keyboard: Fertig ist die erfolgreichste Hardrock-Band der Welt.
Sanfte Töne schlugen die US-Amerikaner an dem Abend eher selten an. "Bed Of Roses" fehlte genauso wie "Always" oder "Thank You For Lovin Me". Dafür gab es drei Titel vom aktuellen Album "Bounce". Der Eröffnungs- und Titelsong des Konzerts beschreibt das Gefühl, sich nach einem Schicksalsschlag wieder aufzurichten. Filmaufnahmen von New York und der schrecklichen Katastrophe am 11. September 2001 zeigten deutlich, welches Ereignis die Gruppe bei der Produktion dieses Albums inspirierte. "Everyday" thematisiert der Wunsch nach der Rückkehr zur Normalität und "Undivided" beschwört den Zusammenhalt einer Nation. Man merkte den Jungs deutlich an, dass die unglaublichen Bilder sie noch nicht losgelassen haben.
Für Zerstreuung war unter anderem eine Cover-Version des Beatles-Klassiker "Twist And Shout" gedacht. Immer wieder wogte das Händemeer hin und her. Ganze Textpassagen wurden von den Anhänger fehlerfrei intoniert. Jon staunte: "You keep me alive out there!"- Ihr da draußen erhaltet mich am Leben. Sieben Zugaben musste die Band spielen. Erst nach einer akustischen Version der aktuellen Single "All About Loving You" verschwand der Rock-Orkan wieder aus der Arena. Die fünf stiegen in die zwei Limousinen, die sie auch zur Bühne gebracht hatten und brausten davon.
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