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Arena veranstaltete "Fußballtalkshow" Deutschland - Polen

Für die Veranstaltung "Deutschland gegen Polen - Die Fußballtalkshow" am Montagabend hätte sich die Bundeszentrale für politische Bildung am vergangenen Montag keinen besseren Tagungsort als die VELTINS-Arena aussuchen können. Kaum ein Club verbindet beide Länder so stark wie der FC Schalke 04.

Großer Aufhänger des Abends, der vom Büro Kopernikus, dem Deutsch-Polnischen Kulturprojekt ausgerichtet wurde, war das Duell zwischen Deutschland und Polen bei der Weltmeisterschaft 1974, in die Fußball-Geschichte eingegangen als die "Wasserschlacht von Frankfurt". Nach sintflutartigen Regenfällen konnte die Partie erst mit großer Verspätung angepfiffen werden. Einen Sieg hätten die Polen mit der vermutlich besten Mannschaft der Landesgeschichte benötigt, um selbst ins Finale einzuziehen. Am Ende gewann die DFB-Elf dank eines Tores von Gerd Müller, welches das Endspiel endgültig sicherte. Und im Nachbarland für Diskussionen sorgt. Tenor: Unter normalen Umständen hätten wir gewonnen.

Filmemacher Kornel Miglus beschleichen vor allem sentimentale Gefühle beim Blick auf diese Partie, aber verbittert ist der heute 49-Jährige nicht. "Ich habe dieses Spiel schon zehn Mal in seiner ganzen Länge gesehen. Es ist einfach ein großes Spiel, es erinnert mich an das Aufeinandertreffen zweier Gladiatoren", schwärmt er im Blauen Salon der Arena.

Aber nicht der verklärte Rückblick war Thema der Diskussionen, an denen neben dem Sportjournalisten Rudi Michel, dem Sportsoziologen Dr. Diethelm Blecking und Gregorz Lato, Torjäger der polnischen Elf 1974, auch die polnischen Schriftsteller Grzegorz Kopaczewski und Wojciech Kuczok teilnahmen - letztere übrigens Fans des oberschlesischen Vereins Ruch Chorzow. Beide warnten davor, den polnischen Hooliganismus überzudramatisieren, aber Kopaczewski räumte ein: "Dieses Problem liegt wie ein Schatten über dem polnischen Fußball und ist ein Grund für die schlechten Zuschauerzahlen."

Umso amüsierter waren beide, als die Fragen nach den deutschen Nationalspielern Lukas Podolski, Lukas Sinkiewicz und Miroslav Klose kam. "Sinkiewicz, ein schöner deutscher Name", schmunzelte Kopaczewski. "Aber es ist nicht ungewöhnlich, denn gute Fußballer waren schon immer ein beliebter Exportartikel aus Oberschlesien." Dies sei schon so bei Ernst Willimowski gewesen, der im Zweiten Weltkrieg zunächst für Polen, dann für Deutschland spielte - und von beiden Seiten als "Verräter" angefeindet wurde. "Das war sein Dilemma", so Ludwik Stomma. Kulturanthropologe an der Universität Paris, der Sorbonne. "Willimowski hat sich in erster Linie als Schlesier gesehen."

2006 werden Deutschland und Polen erneut aufeinander treffen: am 14. Juni in Dortmund. "Was muss anders sein als 1974?", fragte Schümer zum Abschluss der Veranstaltung Tomasz Waldoch. "Es muss sehr heiß sein", gab der zurück. "Damit kommen deutsche Mannschaften nicht so zurecht. Aber die polnische Elf ist besser als 2002 - und sie wird diesmal als Sieger hervorgehen."

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